T-rödeln R-ennen W-andern

Diesen Sonntag stand der Trail Römische Weinstraße an. Ein Traillauf „gerade mal um die Ecke“, und trotzdem war ich bei keiner der letzten vier Austragungen dabei. Das ist wohl unter anderem dem Termin in den Ferien geschuldet, die ja so manches durcheinander bringen.

Also dieses Jahr endlich. Leider gibt es seit letztem Jahr keine Ultra-Strecke mehr, was mich aber auch der Entscheidung enthoben hat,  ob ich beim Bärenfelstrail oder beim TRW die lange Strecke laufe.

Die letzten drei Wochenenden hatten es sich sowieso in sich, was Lauf-veranstaltungen angeht.

Zuerst der Hospizlauf. Nach 40km Asphalt arg die Sehnen an den Füßen strapaziert und gehofft, dass sich das schnell wieder gibt. Ganz abgesehen von der durchwachten Nacht. Aber es ist trotz allem immer wieder eine sehr schöne Erfahrung, dabei zu sein.

In der Folgewoche der Sommertrail am Bärenfels. Dieses Jahr gespickt mit einer zusätzlichen „Gemeinheit“ zu Beginn jeder Runde, die ich vom ersten Mai schon sehr gut in Erinnerung habe. – Senkrecht den Hang hoch und kurz darauf senkrecht einen rutschigen Pfad wieder runter. 😉

Und jetzt noch der TRW.  Ich habe ihn dann mal als „zu schnell geratenen langen Lauf“, Tempolauf o.ä. geplant. Trödeln kriege ich ja sowieso nicht hin. Aber ein bisschen geregelt darf es schon zugehen. (Das hat auf den ersten 10 km nicht ganz so funktioniert. In der Meute wird man zu leicht angesteckt und mitgerissen.) Die einzige Stelle, an der ich mich wirklich beeilen will, ist der Klettersteig in Riol. Hier gibt es eine separate Bergwertung. Da bin ich doch mal gespannt, was so geht.

W-andern. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Recht schnell „darf“ man den ersten Hang im Weinberg hochlaufen. Laufen? Da macht sich dann das Ultratrainig bemerkbar. Früher bin ich sowas hochgerannt (zumindest gefühlt), heute fällt mir das doch ziemlich schwer. Nichts mehr gewohnt. Zügiges Gehen ist aber auch nicht deutlich langsamer. Und man kommt halbwegs erholt oben an. (Zumindest bei den ersten Bergen 😉  )

T-rödeln kann ich dann aber doch noch. Sehr bald schickt uns die Strecke auf die ersten Singletrails. Wirklich feine Trails. Die sind allerdings nicht ohne. Das sind so die Stellen, an denen ich weiß, warum ich mir „sowas“ antue. Die machen einfach Spaß. – Wenn man nicht eine gaaanz laaaaangsam und vorsichtig im Gänsemarsch gehende Reihe Läufer vor sich hat. Überholen unmöglich. Wobei ich gut verstehen kann, wenn man an diesen Stellen vorsichtig gehend unterwegs ist. Ausgestattet Trailerfahrung und Schuhen mit Monstergrip lassen sich diese Trails laufen. Ohne eher nicht.

Es folgen lange Passagen auf Waldwegen. Gefühlt fast nur bergauf. Irgendwie zäh. Das ging auch schon anders. (Was war noch die letzten zwei Wochenenden? O.k. Es darf zäh sein.) Ach ja, und der Plan war ja Trainingslauf  oder so.

R-ennen ist dann aber bergab angesagt. Bremsen kostet ja nur Kraft. Also einfach fallen lassen und „Yeehaw!“  den Berg runter.

Irgendwann gelangen wir an den Aussichtsturm am Fünfseenblick und dort auf die Extratour Mehringer Schweiz. So ungefähr weiß ich jetzt, wo es lang geht. Trotzdem gibt es an einer Stelle Verwirrung, weil die Markierungen (zumindest für das benebelte Läuferhirn) nicht so ganz eindeutig sind. Rechts oder geradeaus? Da die eine Richtung (rechts) definitiv Rückweg ist (ein Stück bin ich mit ein paar Läufern zusammen der Strecke so gefolgt und dann war klar, dass es die falsche Richtung ist. – Oder gibt es hier noch einen kleinen Schlenker in der Strecke, womöglich mit Kontrollpunkt, den wir verpassen, wenn wir anders laufen?), wählen wir dann doch geradeaus. Zumindest ist das Richtung Klettersteig und da wollen wir ja hin. Zum Glück sind auch bald wieder Markierungen zu finden. (An der Stelle haben sich so einige verzettelt.)

Bevor wir an den Klettersteig kommen, sind – wie sollte es anders sein –  noch ein paar Extra-Höhenmeter eingeplant. Vom Weg ab den Hang hoch und irgendwo wieder runter. Es wäre ja auch zu einfach, wenn man nur dem Wanderweg folgt, oder? Ich habe ja die Vermutung, dass man schon so richtig schön müde Beine haben soll, wenn man nach 15 km Laufstrecke an den Berg gelangt, an dem es dann gilt.

Bis dahin hat sich die Läuferschar aber auch so weit verstreut, dass zumindest keine „Staugefahr“ bergauf herrscht. Die Bergstrecke hat es dann in sich. Zunächst geht es leicht bergauf. Hier könnte man noch schnell laufen. Wenn denn die Beine noch fit wären. Und wenn man denn nicht wüsste, was noch folgt. Kurz steigen. Bergauf joggen (der Mann vor mir geht. Den kriege ich noch.) Auf einen Pfad abbiegen. Steil hoch, dann joggen. Wieder steigen. Und wenn man dann allmählich schön müde wird, gelangt man an die steilsten Stellen. Klettern. Teilweise mehr oder weniger auf allen Vieren. Fünf Schritte Joggen. Steigen. Wieder klettern. Gehen. Klettern – ein an den Felsen angebrachtes Stahlseil gibt Halt. Gar nicht so verkehrt ist das. Es entlastet die Beine. Hochziehen. Ist nicht mehr weit. Noch so eine Kletterpassage. Oben angekommen ist – wie sollte es anders sein – noch nicht ganz oben. Das letzte Stück bis auf die Höhe darf noch einmal gerannt gejoggt werden. Puh.

Bis zur Verpflegung. Da ist dann Auftanken dran. Seltsamerweise habe ich beim weiterlaufen (schön technisch bergab) das Gefühl, jetzt sind die Beine endlich warmgelaufen. Absurde Idee. Das Gefühl schwindet am nächsten längeren Anstieg auch recht schnell wieder.

Nach dem etwas überzogenen Tempo auf der ersten Hälfte schaffe ich es nun (gezwungenermaßen) ein einem Trainingslauf angemesseneres Tempo anzuschlagen. Insbesondere an dem doch sehr langen Anstieg zurück zum Aussichtsturm. Wenn ich nochmal am Wochenende nach einem Ultra irgendwo mitlaufe, sollte ich vielleicht gezielt jemanden begleiten, der definitiv langsamer als ich läuft. Das ist entspannter.

Nun ist Heimweg angesagt.  Die Kilometer auf der Uhr sagen, es ist nicht mehr so weit. Und wenn ich mich an den Hinweg bis hier erinnere, müsste es jetzt hauptsächlich bergab gehen. Zumindest die letzten drei Kilometer stimmt das dann auch. Nur noch runter. Runter, runter. Herrlich.

Fazit: eine schöne, anspruchsvolle Strecke mit Spaßfaktor. Gerne könnten noch mehr Trailabschnitte dabei sein. Wenn man allerdings auch „gestandene Straßenläufer“ anlocken will, darf es nicht zu viel sein. Die Mischung macht´s.

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Weinbergschnecke sagt:

    So war’s also aus Sicht einer gestandenen – und sehr fixen – Trailläuferin! Das muss wirklich eine Strecke mit vielen tollen Eindrücken gewesen sein, liebe Birthe. Das „Yiehah!-Gefühl“ beim Bergablaufen auf den weniger technischen Abschnitten kommt mir sehr bekannt vor. Auf den technischen Passagen, die du so genossen hast, ist das bei mir eher ein „Mimimi-Gefühl“! 😉

    Liebe Grüße und nun aber wirklich ein wenig Erholung für die Gräten. Gibt im Herbst sicher noch mehr schöne (Trail-)Ultras.!
    Anne

  2. trailfrosch sagt:

    Liebe Anne,
    ich kann das Mimimi-Gefühl nachvollziehen. Inzwischen habe ich mich an so manches gewöhnt, aber das war auch mal anders. 😉
    Die Nächsten Wochen werden wirklich ruiger. Dann kann ich im Herbst die geplanten Läufe auch wieder richtig genießen. (Oder rennen. Oder beides.)
    Liebe Grüße
    Birthe

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