SH-Supertrail 2017 – Tag 2

Trier – Braunshausen

Jetzt also Tag zwei. Noch so eine Tour. Zwar etwas kürzer und vom Profil her einfacher, aber trotzdem. Ich bin gespannt.

Die Nacht war zumindest etwas besser als die letzte. Morgens halb fünf allerdings das selbe Spiel. Die Natur erwacht, die Vögel begrüßen den anbrechenden Tag. (Herrlich, können die Biester nicht etwas länger schlafen?) Die frühe Läuferschar erledigt den Rest des Weckens. 😉

Trotzdem fühle ich ich halbwegs erholt.

Die Beine: etwas zäh, aber lange nicht so schlimm, wie es sein könnte. Bis zum Start um acht wird das sicherlich noch besser.

Die Schar, die auf den Bus wartet, ist kleiner geworden. Einige sind nicht mehr am Start. Gestern schon aufgegeben. Verletzt. Zu häufig verlaufen und keine Lust mehr.

Und der Tag verspricht heute auch wieder allerbestes Freibadwetter. (Vielleicht sollte ich zumindest den Sommer über meine Sportart wechseln?)

Die Fahrt wird ruhiger als gestern. Der Bus nimmt anscheinend die von den Kilometern her kürzeste Strecke. Das ist nicht die schnellste. Kurvenreiche Straßen. Viel Zeit, die Landschaft zu betrachten. Es zieht sich. Viel Zeit, zu bemerken, wie weit die Laufstrecke heute wieder wird.

In Waldrach kreuzen wir den SH-Steig. Sehen einen Läufer aus der ersten Welle.

Kommen in immer bekannteres Gebiet.

Heute zu laufen ist anders.

Einerseits die Vorbelastung. Andererseits brauche ich heute keine Rücksicht auf etwaige schmerzhafte Folgen meines Tuns zu nehmen. Morgen darf ja erholt werden.

Die Strecke: Ist heute etwas einfacher als gestern.

Und: Bis VP2 oberhalb von Holzerath eigentlich noch mein Trainingsbebiet. Bis VP3 auch bekannt. Vom Hochwaldmarathon.

Der Rest: Den bin ich vor ein paar Wochen einmal abgelaufen. Für den Kopf eine super Sache. Ich kann mich eigentlich nicht mehr verlaufen (ein- zwei schwierige Stellen sind nämlich wieder dabei, die geradezu nach verlaufen schreien). Ich weiß, wann es wieder runter geht. Wann Verpflegung kommt. Die Strecke bekommt somit Struktur und ist nicht mehr einfach nur eine lange lange Schikane Zeit, die geschafft werden muss.

Am Start wieder die übliche Prozedur. Namentliches Aufrufen. Alle da. Dann kann es ja los gehen.

(Je, gehen wäre auch gut. Aber die Blöße kann man sich ja zu Beginn nicht geben.)

Die ersten zwei Kilometer wellig. Dann dürfen wir auch direkt ein paar kurze knackige Wiesenhänge hoch. Nicht so schlimm, kenne ich ja. Und die Belohnung folgt auch auf dem Fuße. Drei Kilometer bergab. Allmählich verschwindet die Steifheit aus den Beinen. Es läuft sich erstaunlich gut. Also die selbe „Taktik“ wie gestern anwenden. Locker bis zügig laufen, solange es kühl ist. Der Rest ergibt sich dann.

Der erste VP bei Waldrach ist schnell erreicht.Kurz auftanken und weiter. Heute ist alles entspannter. Die Platzierung ist so gut wie gesetzt. (Sofern niemand völlig einbricht.) Also kann man auch schön kommunikativ in einer kleinen Gruppe laufen.

Hinter Waldrach geht es dann los. Fast nur noch bergauf bis in den Hochwald zum Knüppeldamm.

Es gibt ja so Stellen, da könnte man wunderbar abkürzen. Der SH-Steig führt nach unten (nur um über Stufen wieder hoch zu führen.) Der Weg oben wäre ja soooo viel einfacher. Aber deshalb bin ich ja nicht hier. Am Langenstein eine kleine Kletterei zwischen den Felsen hindurch. Laufen? Nachher wieder, wenn der Weg es hergibt.

Oberhalb der Riveristalsperre kommen wir dann auf freies Feld. Glücklicherweise ist es noch nicht so warm. Ein leichter Wind bringt etwas Kühlung. Und der Blick zurück: Weite.

Wir erklimmen die Höhe und erreichen den nächsten VP. Kurz was essen, erfrischen, weiter. Ab jetzt dürfen die Klamotten auch nass werden. Den Körper kühl halten, bevor es wieder so heiß wird.

Es geht mir erstaunlich gut. Das will genutzt werden. Locker-zügig weiter durch den Wald. Immer leicht bergauf. Ich muss wieder feststellen, dass es sehr viel ausmacht, zu wissen, was einen als nächstes so erwartet. Der leichte aber konstante Anstieg zum Knüppeldamm ist bald schon geschafft. Jetzt kann man quasi downhill bis zum nächsten VP „fallen“. Schön. 🙂

Allmählich machen sich die Temperaturen doch bemerkbar. Und die Belastung vom Vortag ruft sich auch wieder in Erinnerung.Es wird phasenweise zäh.Bergab ist noch o.k. Bergauf wird anstrengend. Gut dass die anderen auch nicht so wirklich rennen wollen. 😉

Bergauf gehen. Wer läuft ist auch nicht wirklich schneller. Ein sehr langes Stück bergab. Schotterweg. Könnte man locker rollen lassen. Wenn nur die Beine nicht so elend weh täten. Ich bräuchte mehr Körperspannung, um das alles aufzufangen. Dafür ist es zu warm. Die Hitze saugt jegliche Spannung weg. Aua. Und ich weiß, das Wegstück ist lang. Unten hat sich unser Grüppchen ziemlich auseinandergezogen. Ich habe das Gefühl, ich hechle hinterher. (Hinter mir ist zwar auch noch jemand, aber eigentlich wollte ich ja mit denen vor mir laufen. Meine Hoffnung ist, dass sie bei der nächsten Verpflegung schön trödeln.) Nach und nach komme ich doch wieder ran. Zeit lassen wir uns am VP trotzdem. Heute hat es keiner wirklich eilig.

Es folgen noch ein paar Anstiege. Wir sind noch zu viert. Irgendwann bergab geben dann zwei nochmal Gas. Ja, spinnen die? Wo haben die die Energie noch her? (Es soll sich zeigen, dass sie gerade außer Sichtweite gelaufen sind und den Abstand dann gehalten haben. Aber ich sah sie im Geiste schon eine halbe Stunde im Ziel sitzen, wenn wir dann ankommen.)

Also zu zweit weiter. Wieder ein VP. Länger dort aufgehalten. Nochmal komplett innerlich und äußerlich mit Wasser versorgt.

Weiterlaufen. Ääääh, laufen? Das was meine Beine da fabrizieren kann man nur mit viel gutem Willen so bezeichnen. Grenzt schon fast an Arbeitsverweigerung. Und fühlt sich dermaßen dämlich an, dass ich fast loslachen muss. Was meine Fähigkeit, koordiniert zu laufen nicht gerade verbessert.

Also auf Reset und nochmal versuchen. Schon besser. Nach ein paar Hundert Metern sieht es wahrscheinlich auch wieder wie laufen aus.

Tendenziell geht es jetzt bergab. Waldweg, Singletrails. Am Bach entlang. Wirklich schön. Und immer dasselbe Spiel seit heute früh: In die Sonne – Brille auf. In den Schatten – Brille hochschieben. In die Sonne -….

Und dann stoße ich an einen dünnen Ast, der über den Pfad ragt. Mist. Brille weg. Ich schaue mich um.. Sehe sie nirgends. Ist das schon früher passiert? Die hochgeschobene Brille über der Kappe hat man nicht gespürt. Wie weit ist es her? Laufe (gehe) ich zurück? Nochmal ein-zwei Kilometer zurück, die ich dann mehr laufen muss? Zu weit. Das ist jetzt nicht mehr drin. Der Kopf ist eigentlich nur noch auf ankommen gepolt.

Vielleicht liegt sie mitten auf dem Weg. Es kommen ja noch ein paar Läufer hinter uns. Vielleicht…

Also weiterlaufen. Bis zur Staumauer und die bekannte Strecke auf der Straße. Vorher natürlich noch einmal das herrlich eiskalte Wasser aus dem Rohr genutzt. Die Straße zieht sich wieder. Auch auf dem langen Stück geradeaus kann man die zwei „Verrückten“ nicht sehen, die vorhin so losgerannt sind. (Wahrscheinlich waren sie gerade um die Ecke gebogen.) Noch einmal der letzte Hubbel und der Schlussanstieg.

Fertig.

Es war wirklich schön. (o.k., am Wetter könnte man noch arbeiten.)

Aber ich bin auch froh, dass jetzt erst einmal Pause ist.

Die Brille hat übrigens ein aufmerksamer Läufer gefunden und mitgebracht. Vielen Dank dafür.

Der erwartete Muskelkater hat sich am nächsten Tag nicht blicken lassen. Ein paar Tage müde Beine und das war´s. Warum auch immer.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. regenfrau sagt:

    Liebe Birthe,
    hihi – gut, dass ich mich nach deinem Bericht über den ersten Tag ein bißchen ausruhen konnte! 🙂
    Da hast du eine Super-Leistung hingelegt!! Ganz große Gratulation! 😀

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