9. Bendersbachtallauf – Frühling pur

Jedes Jahr wieder gerne. Immer eine Woche vor Ostern findet der Bendersbachtallauf in Föhren statt. Aufgrund der Koppelung des Termins an Ostern haben wir auch schon jegliches Wetter gehabt. Kälte, Schnee(reste), Sonne. Dieses Jahr ist wieder Sonne dran. Herrlich. Start ist an der Viezkelterstation, direkt am Waldrand.

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Bergauf…

Da es sich zeitlich einrichten ließ, nutze ich die Veranstaltung für einen langen Lauf. Richtig lang. Der bislang längste für dieses Jahr. Heißt: Man nehme die 25km Runde und laufe sie doppelt. Da ich weiß, wie lange ich in etwa für die Runde brauche, versuche ich zum offiziellen Start mit ein wenig Puffer (Trinkblase nachfüllen etc.) zurück zu sein.

Der Beginn ist (jaaa, ich erinnere mich) kein Sanfter. Es geht bergauf. Kurze Pause, bergauf, etwas runter, bergauf. Bis km 6,5. Unterwegs herrlich blühende Hecken und Sträucher. Im Wald ganze Teppiche von Anemonen. Zeit für einige wenige Bilder ist schon.

 

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Duftende Natur

 

 

Aber ich habe die Uhr im Hinterkopf. Nicht dass ich zu spät komme und dann hinterherlaufen kann. Bald wird die Streckenführung entspannter. Bergab, flach, leicht wellig. Bis kurz vor km 15 (jaaaa, ich weiß). Dann erwartet den ahnungslosen Läufer (bin ich nicht, aber ob es besser ist, wenn man weiß, was kommt, bleibt mal offen) ein fieser steiler Stich den Hang hoch. Hier gibt es auf der „offiziellen“ Runde dann auch Verpflegung.

Danach… geht es weiter bergauf. Erst steil, dann flacher, gefühlte 10 km am Stück. (Es sind so ungefähr 4,5?) Alles läuft erstaunlich locker. Ich erinnere mich an Jahre, in denen ich hier zu kämpfen hatte. Andererseits: Das ist Runde eins. Wenn es jetzt schon anstrengend wird, läuft etwas gewaltig schief. Jetzt bin ich aber auch am höchsten Punkt angelangt und darf hauptsächlich bergab laufen. Blick auf die Uhr: gut im Zeitplan. Ich werde rechtzeitig zurück sein. Also schön entspannen und rollen lassen.

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Blumenteppich

Wieder an der Viezkelter finde ich eine riesige Horde Läufer vor. Unglaublich, wie viele sich jedes Jahr hier einfinden, um gemeinsam durch den Meulenwald zu laufen. Das zeigt doch, wie gut das Konzept eines Freundschaftslaufs ohne Zeitnahme überall ankommt. Und mit Streckenlängen von 10/15/25 km findet auch jeder etwas passendes. (Ich erinnere mich an mein „erstes Mal“ hier. Zwar war ich in der Lage, 30-35 km am Stück zu laufen. Aber vor den 25km mit über 500 Höhenmetern hatte ich einen gewaltigen Respekt.)

Beim Neustart versuche ich, mich nicht mitreißen zu lassen. Den Anstieg zu Beginn der Strecke hoch zu hetzen ist das allerletzte, was ich jetzt brauchen kann. Begleitet werde ich nun auch von meinem Mann Frank, der die 25km unter die Laufschuhe nimmt. Unterwegs bleibt man locker zusammen, läuft mal mit anderen, dann wieder gemeinsam. Der Beginn der Strecke ist allerdings – dem Profil geschuldet – nicht sonderlich kommunikativ. Das Tempo ist zügig. Irgendwie hat es sich in meinem Kopf festgesetzt, dass ich beide Runden gleich schnell laufen will. (Warum habe ich Idiot auf der ersten Runde nicht mehr getrödelt….?)

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Also denke ich nicht an den Berg nach km 15, sondern nur bis zum Verpflegungspunkt in Heckenmünster – den nach dem fiesen Stich.

 

Dieses Mal darf ich hier gehen. Laufen wäre nicht deutlich schneller. Mache nur einen kurzen Stopp (lang genug, um zwei Becher Wasser plus eine Cola in mich reinzukippen.) und laufe gemächlich weiter. Den ersten – steileren – Kilometer ist Schongang angesagt. Wer will, kann mich da sicherlich einholen. Dementsprechend taucht auch rasch wieder Frank als Begleitung auf. Und wir können uns die nächsten Kilometer gemeinsam den Berg hoch…äääh…schleppen. (Hoch fühlt sich nach über 40km nicht mehr so schön an. Vor allem, wenn es so gar nicht aufhört.) Also entspannen, aber voran laufen und abwarten, bis man oben ist.

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Der höchste Punkt ist erreicht.

 

Das ist dann auch bald der Fall. Bei km 20 ein Blick auf die Uhr: 2 Minuten Rückstand zum geplanten Durchschnitt. Und es geht jetzt fast nur noch runter. Das ist dann der Punkt, an dem sich unsere Wege trennen. Die Zeit kann ich noch gut machen. (Nein, es ist kein Wettkampf, aber ab und zu darf man auf einem Trainingslauf auch mal ambitionierter laufen.) Und runter geht immer. Yeehaaaaw. Und wie . 🙂

Sozusagen als Wiedergutmachung für den langen Anstieg. Ein Läufer, den ich überhole, ruft mir zu, nicht zu schnell zu machen, weil ich stolpern könnte. Bitte? Was? Das ist Waldautobahn. Und, wie gesagt , runter geht immer. (Und momentan auf jeden Fall besser als hoch. 😉  )

 

 

 

Ich hole etwa zwei-drei Kilometer vor Schluss noch einen Bekannten ein, mit dem ich den Rest gemeinsam laufe. Zügig, aber ohne sich alle zu machen. Bis zur Viezkelter zurück.

(Punktlandung. Ganze 2 Sekunden Unterschied zur ersten Runde.)

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Es ist angerichtet. (Foto Y.Kraut)

 

Ins Ziel … und zu Orangen, Wasser, Wasser, Wasser, Dusche, Kaffee, und irgendwann, wenn der Hunger kommt auch etwas zu essen. (Viel zu essen. 😉 )

Die Beine sind ziemlich müde. Aber es hat Spaß gemacht. Leute zu treffen, in unserer herrlichen Gegend rumzulaufen, sich in gewissem Rahmen zu fordern. Der nächste lange Lauf wird dann wieder gaaanz entspannt.

Mal so, mal so, wie es gerade passt.

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. regenfrau sagt:

    Liebe Birthe,
    wow, da sag ich nichts mehr – mal eben die lange Runde zum aufwärmen vor der langen Runde!?! 😆 Super, dass dieser „Trainingslauf“ für dich so super gklappt hat – wobei es ja echt klug ist, dir für die 2. Hälfte Verstärkung zu holen. 🙂

    1. trailfrosch sagt:

      Liebe Doris,
      doppelt fällt mir manchmal leichter als eine richtig große Runde. Und gegen Begleitung habe ich dann auch wirklich nichts einzuwenden. Allmählich muss es aber auch gut laufen, der „Tag X“ rückt immer näher.
      LG Birthe

  2. Weinbergschnecke sagt:

    Liebe Birthe, du sahst unglaublich fit aus für 50 km und ca. 1100 (?) HM in den Beinen! Aber du hast ja auch noch was vor dieses Jahr … da muss das wohl so sein. Großartig finde ich deine Leistung natürlich trotzdem. Schade nur, dass zu Klönen keine Zeit mehr blieb. Ein andermal … 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

    1. trailfrosch sagt:

      Liebe Anne,
      ich glaube, wir müssen uns mal einfach so treffen. Auf diesen Veranstaltungen ist einfach immer zu viel los. Jetzt kommen aber erst mal ein paar ruhigere Läufe (weniger Leute, lockeres Tempo). Aber es bleibt ein Abenteuer. 🙂
      Liebe Grüße
      Birthe

  3. Klasse Leistung! Ich sehne die Zeit herbei, in der ich so etwas auch schaffen kann. Ein Traum! Und wie gesagt: Danach hast Du ausgesehen, als könntest Du noch eine Runde …

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    1. trailfrosch sagt:

      Lieber Rainer,
      im „Ernstfall“ sprich Wettkampf wäre noch eine Runde mehr drin. Aber dann hätte ich von Vornherein ein etwas ruhigeres Tempo angeschlagen. (Und das Gesicht sagt nicht immer, was die Beine denken. Besonders wenn die Endorphine noch kreisen…)
      Und irgendwann, lieber Rainer, kommst du dann mal mit. 🙂 Gut Ding will Weile haben, wie man so schön sagt. Lass dem Körper die Zeit, die er braucht. Und wenn du irgendwann fit für den Marathon bist, sind die paar Kilometer mehr auch in Sichtweite. Schöne lange Runden gibt es ja zur Genüge. Die laufen nicht weg.
      Wir aber vorher gerne zusammen auf einer kürzeren. 🙂
      Liebe Grüße
      Birthe

  4. Alexandra sagt:

    Hallo Birthe – und dieses Jahr warst Du so schnell, dass ich Dich nicht mal gesehen und tatsächlich gefragt habe warum Du bei diesem schönsten aller möglichen Freundschaftsläufe dieses Mal nicht dabei warst ;))). Chapeau noch für diese Leistung. Liebe Grüße, Alexandra

  5. trailfrosch sagt:

    Liebe Alexandra,
    ich war beim Zwischenstopp zum Neustart so ziemlich im Tunnel. Rucksack neu befüllen, schauen, ob ich in der Liste stehe usw…. und gleich wieder los. In der großen Menge sieht man in dem Zustand kaum jemanden. Nächstes Mal vielleicht. 🙂
    Liebe Grüße
    Birthe

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