Experimente

Nicht umsonst heißt es, Not macht erfinderisch. Am Wochenede war Kreativität in der Tagesplanung angesagt. Von vornherein ist klar, der Sonntag ist  vollgestopft mit Nichtläuferischem. Irgendwo muss aber der Lange Lauf noch hingepackt werden. Der Samstag stünde ja theoretisch dafür zur Verfügung. Die Kinder sind nicht bös drum, wenn sie mal länger alleine sind. Das ist inzwischen kein Problem mehr. Ein Problem ist allerdings meine Verfassung am Samstag Nachnittag. Freitag früh gelaufen mit Tempo-Anteilen. Freitag Mittag noch so ein nettes Zirkeltraining. Samstag das Gefühl, ein Stündchen Laufen reicht. Voll und ganz.

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Irgendwo am Sonntag wird ja wohl noch Platz zum Laufen sein. Ist es auch. Aber vier Stunden? Rechen, rechen, wann müsste ich da aufstehen? ..? … Nö. Kommt nicht in Frage. Also probier ich einfach mal was Neues aus. Den Lauf splitten. Mit besonders langen Kanten habe ich das schon getan. Also ein Teil am Samstag, ein Teil am Sonntag. Das hier wird neu: Halbe-halbe morgens und abends (dazwischen anderthalb Stunden in der Kirche stehen und ein paar Stunden rumsitzen und essen. Das kann ja was werden.)

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Morgens ist herrliches Frühlings-Sonnenwetter. Kurz nach sieben bin ich soweit. 20km. Profiliert. Nichts Neues, auch (leider) kein Trail, dafür mit einigen landschaftlich sehr schönen Stellen bietet sich die Trierer Galgenkopftour an. Kenne ich schon. Muss ich nicht nachdenken und kann abschalten. Dar Boden ist trocken, die Beine wieder locker, die Luft noch herrlich frisch. So um die 6 Grad. Perfekt.

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Nach 2km Straße erereiche ich den Rundkurs und merke recht bald, heute passt es . „Es läuft mich“. Das Wissen, dass nach zwei Stunden Schluss ist, macht mich auch mutiger, was die Wahl des Tempos angeht. (An abends denken wir dann mal lieber nicht 😉 ) Das Tal liegt im Schatten,  die Gräser sind noch voller Reif. Je mehr man die Höhe erklimmt, desto mehr kommt die Sonne raus. Es wird warm, die Landschaft lichtdurchflutet.

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Der lange Anstieg war dieses Mal gar nicht so schlimm. Wie viel es doch im Kopf ausmacht, ob man noch 13 oder 33km vor sich hat. Auf der Höhe bietet sich ein herrlicher Blick über Trier und das Moseltal.

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Dass ich die Strecke gut kenne, hat natürlich den Vorteil, dass ich auch weiß, wann ich mich wieder erholen kann. Das gleicht dann die fehlenden wirklch neuen Eindrücke einigermaßen aus. Oben ist natürlich nicht gleich oben. Wer sagt denn, dass es auf dem Berg flach weitergehen muss? Um keine Langeweile aufkommen zu lassen bietet die Strecke noch ein paar nette Steigungen und noch nettere Downhills. 🙂

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Und immer wieder sonnenbeschienene Frühlingsszenerien.

Die letzten Kilometer geht es dann hauptsächlich bergab. Je nach Laune um sich wieder zu erholen oder Gas zu geben und die Durchschnittspace noch ein wenig „aufzuhübschen“. Schade, dass es schon zu Ende ist, der Morgen wäre ideal, um die Runde gleich doppelt zu laufen. Aber die Pficht ruft.

Abends dasselbe Spiel nochmal. Zu Hause direkt in die Laufklamotten. (Ich laufe zwar sehr gerne, aber manchmal ist die Gefahr doch recht groß, dass der innere Schweinehund gewinnt.)

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Der Start ist ziemlich zäh. Aber es passt schon. Das Essen ist mit der intensiven Bewegung nicht ganz einverstanden, beschwert sich glücklicherweise aber nur leise. Immerhin dauert es bestimmt eine dreiviertel Stunde, bis ich das Gefühl habe, die Beine sind wieder lockerer.

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Die Umgebung zeigt sich unterdessen in einer völlig anderen Beleuchtung als am frühen Morgen. Manche Stellen sehen weniger interessant aus, andere springen jetzt erst ins Auge. Schön.

Nichtsdestotrotz bin ich froh, irgendwann dann Feierabend zu haben. So ab und zu könnte das mit dem doppelt Laufen ja eine Option sein. Aber lang am Stück ist mir dann doch lieber.

 

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Liebe Birthe,

    da hast Du Dir aber eine ganz schön fordernde Runde ausgesucht für Deinen Doppelpack. Aber traumhaft schön, wie auch Deine Bilder zeigen. Du bist ja wieder richtig fit. Klasse! Und die Kinder sind nun alt genug, um auch mal einige Zeit alleine verbringen zu können. Neue Freiheit kündigt sich an. 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    1. trailfrosch sagt:

      Lieber Rainer,
      von nichts kommt nichts, wie man so schön sagt.Und bis Ende Mai muss ich wirklich fit sein. Es sieht aber vielversprechend aus. Die Runde ist eine schöne(re) Alternative zu den 20km über Franzenheim. (Mehr Höhenmeter, mehr schöne Aussichten, weniger Straße.)
      Und ja, die Freiheiten werden immer größer. So nach und nach.
      Liebe Grüße
      Birthe

  2. Weinbergschnecke sagt:

    Herrlich, deine Strecken, liebe Birthe, wir haben es doch wirklich toll bei uns! So ein Doppelpack ist echt eine fordernde Sache, vor allem nach einer Feier o.ä. könnte ich mich kaum noch aufraffen. Dann eher abends und am nächsten Morgen laufen. Am liebsten aner natürlich „am Stück“.

    Liebe Grüße,
    Anne

    1. trailfrosch sagt:

      Liebe Anne,
      du sagst es. Wir leben in einer wirklich schönen Gegend.
      Das Laufen: „Am Stück“ wäre an dem Morgen herrlich gewesen. Aber das war leider nicht drin. Sich abends wieder aufzuraffen ist allerdings wirklich nicht so einfach. Die Sachen lagen schon mehr oder weniger bereit, damit ich nicht zu viel Zeit zum Nachdenken habe.
      Liebe Grüße
      Birthe

  3. regenfrau sagt:

    Liebe Birthe,
    puh! Hut ab vor deinem Sonntagspensum (und da meine ich jetzt nicht „nur“ das Laufen!) 😉
    Einen Lauf zu splitten, um ihn im Alltag unterzubringen, finde ich super. Aber ich würde mir wohl auch schwer tun, mich abends noch mal aufzuraffen.
    Aber du hast es geschafft und ganz unterschiedliche Eindrücke mitgebracht. Super! 🙂

    1. trailfrosch sagt:

      Liebe Doris,
      ich habe die Erfahrung gemacht, dass es manchmal ganz sinnvoll ist, sich vor längeren Familienfesten, -treffen etc. auf eine (gerne längere) Laufrunde zu begeben. Ich bin dann doch um einiges gelassener im Umgang mit den Eigenheiten aller Anwesenden. Und werde nicht so schnell zappelig und ungeduldig, wenn ich mal länger rumsitzen muss.
      Wie unterschiedlich manche Stellen morgens und abend waren, das war wirklich bemerkenswert. Meistens hat man den Vergleich ja nicht am selben Tag. Dann fällt es nicht so auf.
      Liebe Grüße
      Birthe

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